Von UltraVNC über Teamviewer zu Rustdesk

Oder: Meine persönliche Remote-Software-Odyssee

Kürzlich war es mal wieder so weit, ein erneuter Wechsel der eingesetzten Fernwartungssoftware bahnte sich an. Ausgelöst wurde das Ganze von der Ankündigung seitens Teamviewer vor einigen Monaten, dass der Kulanzzeitraum für die Nutzung von Teamviewer 15 zum 31.12.2025 ausläuft.

Aber der Reihe nach.

Die ersten Berührungspunkte mit Fernwartungssoftware hatte ich vermutlich in den 1990er Jahren, VNC war das Tool der Wahl um auf selbstgebaute Server (ich sag nur Dual Celereon 330MHz@550MHz mit Golden Orb Kühlern) zuzugreifen – zumindest wenn ich es richtig in Erinnerung habe. 🙂

In 2002, bei meiner ersten Anstellung in der IT, nutzten wir dann PC Anywhere von Symantec, damals noch über eine 128KBit/s 2-Kanal ISDN Standleitung.

Mit dem Beginn meiner Selbstständigkeit in 2005 habe ich dann wieder VNC verwendet, UltraVNC genauer gesagt. Bei den Servern in Verbindung mit VPN, nicht direkt von aussen erreichbar.

In 2009, mit Anstellung der ersten Mitarbeiter, kam ein Wechsel zu NTR, damals 300 Euro im Monat für 3 Supporter…viel Geld für eine kleine, junge Firma zu der Zeit. Probleme und schlechter Support lösten dann nach etwa einem Jahr den Wechsel zu Teamviewer aus. Damals Version 5, Corporate Edition, 3 Supporter, 1.500 Euro Jahreslizenz. Deutlich günstiger als NTR und funktionierte auch besser.

Die Version 10 war dann die letzte Kaufversion, dann kam das Abomodell und aufgrund der immer weiter steigenden Preise, Firmenübernahmen und einer günstigeren, vielversprechenden Alternative in 2018 dann der Wechsel auf Anydesk, was nur noch 1/3 der Kosten ausmachte.

Da auch diese in den letzten Jahren die Preise ordentlich angezogen und die Leistungen (zum gleichen Preis) nach unten gedreht haben, bin ich vor zwei Jahren wieder zu Teamviewer gewechselt – aber nur, weil aufgrund der letzten Kaufversion (10) das Recht bestand, Teamviewer 15 ohne Kosten zu nutzen. Bis jetzt, bzw. bis zum Ende diesen Monats.

Ich habe lange überlegt was die nächste Software sein soll, da ich seit einigen Jahren auch wieder ohne feste Mitarbeiter und hauptsächlich alleine arbeite. PCVisit war in der näheren Überlegung. Von einigen Kollegen habe ich Gutes darüber gehört, auch auf Andy’s Blog wird Positives berichtet und als Server-Eye Kunde wird es darüber auch speziell unterstützt. Ausprobiert habe ich es bisher aber nicht.

Letztlich habe ich mir gedacht, dass ich den Versuch mit Rustdesk wage, in der Hoffnung eine längerfristige Lösung zu haben, die ich mit eigener Infrastruktur betreiben kann. Bewusst habe ich dabei auf die kostenpflichtige Pro Version verzichtet, was (bisher) zwei Herausforderungen bedeutet hat – das clientseitige Adressbuch und die „Verschleierung“ des Public Key, damit nicht jeder den öffentlich zugänglichen ID und Relay Server nutzen kann.

Auf die Details zur Installation und den Lösungen für die beiden Herausforderungen werde ich in einem weiteren Artikel eingehen. Grundsätzlich kann ich aber sagen, dass die Installation und Einrichtung sehr einfach zu realisieren ist (zumindest mittels Docker) und einen passenden VPS Server kann man sich bei Hostern wie Hetzner, Netcup, Strato und ähnlichen schon ab 1 Euro pro Monat mieten, da man sehr wenige Ressourcen benötigt. Natürlich ist auch ein Betrieb auf eigener Hardware oder sogar einer Synology möglich, dann müssen natürlich Ports geöffnet und weitergeleitet werden. Ich habe mich – auch aus Gründen der dauerhaften Erreichbarkeit (z.B. Strom- / Internetausfall) für die Hoster-Variante entschieden.

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